Dienstag, 6. Dezember 2016

Wohlfühlveränderung oder radikale Kehrtwende: Wie kann Nachhaltigkeit gelingen?

Bundesweite Konferenz der „Eine Welt-Promotor*innen“

Duderstadt, 22. November 2016 (agl) - Klimawandel, Flucht und zunehmende  globale soziale Ungleichheit: Baustellen für Veränderungsprozesse gibt es genug. Doch wie kommt gesellschaftlicher Wandel in Richtung umfassender Nachhaltigkeit in Gang? Wer muss sich eigentlich verändern und welche Rolle spielen die Aktiven der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland in diesem Prozess?

Diese Fragen diskutierten 130 Eine Welt-Promotor*innen und Engagierte aus der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit am 21. und 22. November im niedersächsischen Duderstadt. Das Treffen stand unter dem Motto „Transformation Reloaded“ und beleuchtete verschiedene Formen globaler Transformation.


„Die große Komplexität von Nachhaltigkeit stellt für alle Akteur*innen eine echte Herausforderung dar – die Eine Welt-Promotor*innen schaffen es jedoch, konkrete und praktische Antworten zu geben. Das ist die Stärke des Programms“, meinte Claudia Duppel, agl-Vorstandsmitglied. Sie sprach sich gegen reine Wohlfühlveränderungen und für eine tiefgreifende Richtungsänderung aus. Neben dem politischen Dialog mit dem Staat seien auch stärkere Bündnisse in der Zivilgesellschaft sowie eine bessere Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit nötig, um die notwendige Kehrtwende zu erreichen.

Laut Andreas Rosen, Stiftung Nord Süd Brücken, komme es darauf an, den gesellschaftlichen Wandel zu vermitteln: „Das Thema Gerechtigkeit muss unser Zugpferd sein. Die Sustainable Development Goals sind ein gutes Instrument, um soziale Ungerechtigkeit hier wie da anzuprangern und den Menschen, die globale Dimension des Wandels klar zu machen.“


Außerdem blieb den Teilnehmer*innen der Konferenz Zeit für bundesweite Vernetzung und fachlichen Austausch. Sie arbeiteten während der Konferenz beispielsweise intensiv zur Rolle von Städten und ländlichen Regionen für die globale Transformation. Tenor war, dass Eine Welt-Promotor*innen den Verunsicherungen der Bevölkerung vor Ort begegnen und mit ihrer Arbeit ein besseres Verständnis für globale Zusammenhänge schaffen.


Das Eine Welt-Promotor*innen-Programm
 

Zurzeit arbeiten mehr als 120 Eine Welt-Promotor*innen bundesweit daran, das Engagement für globale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung zu stärken. Sie beraten und vernetzen zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen in ganz Deutschland, die sich in der Eine Welt-Arbeit engagieren und initiieren Projekte und Aktionen, mit denen sie Alternativen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Gesellschaft aufzeigen. Außerdem stärken sie das Wissen und die Kompetenz in Hinblick auf ökologische und soziale Zukunftsfähigkeit, fördern politische Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement. Das Eine Welt-Promotor*innen-Programm wird getragen von einem Konsortium aus der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl) und der Stiftung Nord-Süd-Brücken. Gefördert wird es von Engagement Global im Auftrag des BMZ gemeinsam mit allen 16 Bundesländern.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Entwicklungspolitische Webseiten der Woche (weekly)


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Freitag, 2. Dezember 2016

Faires Frühstück im Bundestag zeigt: Fairer Handel bewegt global wie lokal

Berlin, 02.12.2016 Heute Morgen veranstalteten das Forum Fairer Handel und Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das jährliche Faire Frühstück im Deutschen Bundestag. 20 Parlamentarier/innen nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über den Fairen Handel zu informieren. 

„Wir unterstützen den Fairen Handel gerne, weil wir sehen, dass die Bewegung vorankommt. Das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum wächst und damit das Potential für Engagement im Fairen Handel. Es lohnt sich, dafür zu werben, auch im Deutschen Bundestag“, so Staatssekretär Fuchtel. „Damit der Handel für alle fairer wird, braucht es Druck aus der Zivilgesellschaft und eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung. Zugleich brauchen wir den Austausch mit den Mitgliedern des Deutschen Bundestages, um weitere politische Unterstützung für die Ziele des Fairen Handel zu gewinnen. Heute ist es uns wieder gelungen zu verdeutlichen, dass die Fair-Handels-Bewegung global wie lokal wirkt“, so Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel.

Nach einleitenden Worten von Matern von Marschall, Mitglied des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung, erläuterte Thomas Hoyer, Geschäftsführer der dwp eG Fairhandelsgenossenschaft, wie aktiv die hiesige Fair-Handels-Bewegung mit ihren welweiten Handelspartnerschaften auch auf lokaler Ebene in Deutschland ist. Dabei ging er insbesondere darauf ein, wie die über 60 anerkannten Fair-Handels-Importorganisationen auch als engagierte KMUs in ihrer Region auftreten. Ferner hob er die Rolle von mehr als 800 Weltläden sowie zahlreicher lokaler Fair-Handels-Initiativen als Orte der politischen Bildung und des parteiübergreifenden zivilgesellschaftlichen Engagements hervor. 

Die Abgeordneten und die Vertreter/innen des Forum Fairer Handel tauschten sich darüber aus, wie die Parlamentarier/innen im Rahmen ihrer Arbeit den Fairen Handel und seine politischen Anliegen unterstützen können. An drei Thementischen ging es vertiefend um den Fairen Handel im Wahlkreis, um aktuelle Entwicklungen des Fairen Handels sowie um seine politischen Anliegen, insbesondere um Unternehmensverantwortung entlang globaler Lieferketten - etwa im Rahmen des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte. Gerade bei diesem Thema zeigt sich, wie wichtig die politische Arbeit als eine der drei Säulen des Fairen Handels ist.
Steffen Reese (Vorstand Forum Fairer Handel & Geschäftsführer Naturland e.V.) eröffnet das Faire Frühstück im Deutschen Bundestag.

SEEK Development startet den neuen Donor Tracker donortracker.org

 


SEEK Development startet den neuen Donor Tracker 

Unabhängige und frei zugängliche Analysen zu den 14 größten Geberländern der Entwicklungszusammenarbeit

BERLIN – SEEK Development startet heute die erweiterte Version des Donor Tracker (www.donortracker.org) mit ausführlichen Informationen zu den 14 größten Geberländern, die Mitglied des Entwicklungsausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD-DAC) sind.

Der Donor Tracker versorgt Fürsprecher der Entwicklungspolitik mit hochwertigen Analysen und Informationen zu den größten Geberländern der Welt. Durch einfachen Zugang zu Informationen über politische Entscheidungsprozesse und sich abzeichnende strategische Möglichkeiten für die Lobbyarbeit möchten wir so einen Beitrag zu einer fairen und gleichberechtigten globalen Entwicklung leisten.

„Der Donor Tracker ist ein großartiges Hilfsmittel für Interessenvertreter, die verstehen wollen, wie die Haushaltsprozesse in anderen Ländern funktionieren und wer die wichtigsten entwicklungspolitischen Akteure sind", sagt Dr. Christoph Benn, Direktor für Außenbeziehungen beim Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria in Genf.

Ab sofort stehen Länderprofile zu Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Spanien und der Europäischen Union zur Verfügung. Australien, Japan, Kanada, Südkorea und die Vereinigten Staaten werden folgen. Der Donor Tracker bietet zudem weitergehende Informationen zu den Themenschwerpunkten globale Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft, sowie Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten. Darüber hinaus berichtet der Donor Tracker wöchentlich über aktuelle politische Entwicklungen in den verschiedenen Ländern und verweist auf relevante Veranstaltungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

„Es gibt viele Daten zur öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit, aber nur wenige tiefergehende Analysen, die erklären, wie Geberländer ihre Finanzierungsentscheidungen treffen", erklärt Ann Starrs, Präsidentin und Geschäftsführerin des Guttmacher-Instituts. „Der Donor Tracker bringt beides zusammen."

SEEK Development hat in seiner Arbeit in der internationalen Entwicklungspolitik erkannt, dass es bisher keine Quelle gibt, die übersichtliche und leicht verständliche Analysen zu verschiedenen Geberländern bietet. Die erste Version des Donor Tracker entstand im Jahr 2011, zunächst mit einem Schwerpunkt auf globale Gesundheit und Europa. Die neue Website mit erweiterten Themen und Ländern soll Organisationen, Journalisten, Analysten und Interessenvertretern die Möglichkeit geben, sich auf einen Blick über Trends in der Entwicklungszusammenarbeit zu informieren.

„Der Donor Tracker versorgt Anwälte der globalen Entwicklungszusammenarbeit mit wichtigen Informationen für ihre Arbeit: Er erläutert politische Entscheidungsprozesse, strategische Prioritäten von Geberländern und hilft Organisationen, Einflussmöglichkeiten innerhalb eines politischen Jahres zu identifizieren", erklärt Joe Cerrell, Geschäftsführender Direktor für Spender- und Regierungsbeziehungen, der Bill & Melinda Gates Stiftung.

Der Donor Tracker wird von der Bill & Melinda Gates Stiftung gefördert. Sämtliche Inhalte werden von SEEK Development erstellt und sind unabhängig. Der Donor Tracker ist als öffentliches Gut frei und kostenlos zugänglich.

SEEK Development ist ein Beratungsunternehmen mit dem Ziel, menschliche Entwicklung weltweit aktiv zu fördern und zu gestalten. SEEK unterstützt führende Organisationen der globalen Entwicklungszusammenarbeit in der Strategieentwicklung, Wissensgenerierung, Interessenvertretung, sowie Organisationsevaluierung und –entwicklung. www.seekdevelopment.org

Website: www.donortracker.org, Twitter: @DonorTracker













Montag, 28. November 2016

Lokal und global: Solingen erhält Sonderpreis #PartnerStadt

Mit der Vergabe des Sonderpreises „PartnerStadt – Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global" an Solingen wurde eine Stadt gewürdigt, die sich seit mehr als drei Jahrzehnten international engagiert. Gewürdigt wurde damit auch der strategische Ansatz des Projektes „50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015".


Bonn, 25. November 2016. Den Sonderpreis des „Deutschen Nachhaltigkeitspreis" erhielt am 25. November 2016 im Düsseldorfer Maritim-Hotel die Stadt Solingen. Sie war mit Horb am Neckar und Jena nominiert gewesen. Alle drei Städte sind aktiv in kommunalen Klimapartnerschaften, die von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global gGmbH beraten werden. 

Preisträgerin

Solingen ist seit drei Jahrzehnten aktiv engagiert in internationalen Beziehungen insbesondere mit Jinotega in Nicaragua und mit Thiès im Senegal.

„Solingen überzeugt dabei vor allem durch die Zusammenführung der Erfahrungen mit weiteren europäischen Partnern im Rahmen von Multiakteursprojekten: Durch das Engagement der Stadt entstand aus den vormals bilateralen Beziehungen ein Netzwerk mit Akteuren aus drei Kontinenten, über das Wissen speziell zum Thema ‚nachhaltige Infrastruktur' ausgetauscht wird.", so die Jury.

Die kommunale Klimapartnerschaft von Solingen und Thiès, Senegals zweitgrößter Stadt, hat seit 2013 zu einem gemeinsamen Handlungsprogramm geführt und einem seit 2016 zunächst auf drei Jahre  geförderten Projekt zu Aufforstung und Erosionsschutz. Bepflanzt werden städtische Grünflächen, weitere Maßnahmen sind Aufforstung und Wasserschutzvorrichtungen auf dem Hochplateau bei der Stadt Thìes.  Themen der Zusammenarbeit sind überdies die Sammlung, Wiederverwertung und Entsorgung von Abfall, die Einführung energie- und Ressourcen sparender Techniken, die Umsetzung ökologischer Standards in Industrieunternehmen, der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Sensibilisierung und Einbindung der Bevölkerung durch Bildungsangebote zu Klima- und Ressourcenschutz.

In der Partnerschaft von Solingen und Jinotega werden zwei Infrastrukturprojekte zu nachhaltiger Wasserversorgung und Abwasserbehandlung und regenerative Energieträger gefördert. Konkret sind dies Erneuerungsmaßnahmen der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung, die Förderung regenerativer Energieträger wie etwa eine Biogasanlage und Solarpaneelen in entlegenen Ortschaften, oder der Bau und die dauerhafte Unterstützung eines Bildungszentrums, in dem Fächer wie Agrarökologie gelehrt werden.

Die Stadt Solingen bringt in das Handlungsprogramm ihre Prozesse, Konzepte und Projekte ein, die im Zusammenhang mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept, dem Energiemanagement- und Zertifizierungsverfahren „European Energy Award", mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Anpassung an den Klimawandel derzeit stattfinden. Durch das Engagement in Partnerschaftsprojekten mit Kommunen wie Thiès und Jinotega stellt sich Solingen den globalen Herausforderungen mit dem Ziel, von den Partnerkommunen zu lernen und sie bei Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen.

Nominierte Kommunen

Horb hat seit 2014 mit Unterstützung des Klimapartnerschaftsprojektes eine Partnerschaft mit Belo in Kamerun aufgebaut. Die Jury begründete ihre Nominierung mit dem strategisch angelegten Engagement, den weitreichenden Perspektiven und nicht zuletzt den besonderen Erfolgen bei der Wiederaufforstung. 4,5 Hektar Wald wurden mit 5.000 in Afrika heimischen Pflanzen aufgeforstet, zwei Ranger eingestellt für den nachhaltigen Waldschutz.

Jena und das nicaraguanische San Marcos pflegen seit 1998 eine Städtepartnerschaft, die sie im Zuge des Projektes „50 Kommunale Klimapartnerschaften" 2012 bis 2014 intensivierten. Damals hatten beide Städte ein gemeinsames umfangreiches Handlungsprogramm entwickelt und setzen seitdem vielfältige Projekte um – von der Aufforstung über Biogas- und Photovoltaikanlagen bis zur Wasserversorgung. Flankiert werden die Projekte von Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen.

Zum Sonderpreis „PartnerStadt – Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global"

Ausgelobt hat diesen Sonderpreis das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, kurz BMUB. Gewürdigt wird damit der Beitrag von Kommunen bei der Umsetzung der 2015 verabschiedeten Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. 

Der BMUB-Sonderpreis wird aus der „Exportinitiative Umwelttechnologien" des BMUB finanziert, die durch die Förderung internationaler Kooperationen, Wissenstransfer und Kapazitätsaufbau einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Ausland liefert. Teilnahmeberechtigt waren alle deutschen Städte und Gemeinden, die im Rahmen von Partnerschaften mit Kommunen im Ausland nachhaltige Infrastruktur vor Ort fördern.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird seit 2008 von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. verliehen.

Mehr Informationen zu den Projekten unter  https://skew.engagement-global.de/kommunale-partnerschaften-und-internationale-kommunalbeziehungen.html

Ansprechpersonen für die Projekte:

Jessica Baier jessica.baier @ engagement-global.de

Kurt-Michael Baudach kurt.baudach @ engagement-global.de

ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH
Service für Entwicklungsinitiativen

Sonntag, 27. November 2016

Entwicklungspolitische Webseiten der Woche (weekly)


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Freitag, 25. November 2016

Vorschläge zu einem Neuen Europäischen Konsens für Entwicklung

Aus Engagement Global / bengo EU-Beratung; eu-mail-info Nr. 436: 24.11.201

Europäische Kommission veröffentlicht ihre Vorschläge zu einem Neuen Europäischen Konsens für Entwicklung, zu den nächsten Schritten für ein Nachhaltigeres Europa und zu einer neuen Partnerschaft mit den Afrikanischen, Karibischen und Pazifischen Staaten (AKP-Staaten)


Am 22.11.2016 hat die Europäische Kommission drei wichtige neue Vorschläge zur Zukunft der europäischen Entwicklungszusammenarbeit vorgelegt:

1. einen neuen Europäischen Konsens für Entwicklung,
2. zur Umsetzung der Agenda 2030 („Nächste Schritte für eine nachhaltigere europäische Zukunft“) und
3. zur Zukunft der Zusammenarbeit mit den AKP-Staaten („Auf dem Weg zu einer erneuerten Partnerschaft mit den AKP-Staaten nach 2020“).

Diesen Veröffentlichungen ist ein Konsultationsprozess mit verschiedenen Akteuren vorausgegangen und soll jetzt vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat diskutiert und verabschiedet werden. Die Europäische Kommission aktualisiert damit den Konsens für Entwicklung aus dem Jahr 2005. Mit den Vorschlägen für den Neuen Konsens und für ein nachhaltigeres Europa stellt die EU ihren Beitrag zur Umsetzung der letztes Jahr von der UN verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs) vor. Das aktuelle Partnerschaftsabkommen mit den AKP-Staaten läuft 2020 aus und die Kommission möchte mit diesem Vorschlag eine erste Diskussionsvorlage für die Verhandlung vorlegen, die die UN-Agenda 2030 mitberücksichtigen.

Weitere Informationen und die Dokumente dazu finden Sie auf folgender Seite der Europäischen Kommission, Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung:

Erste Stellungnahmen von Concord, dem europäischen Dachverband entwicklungspolitischer Organisationen sowie von verschiedenen europäischen Nichtregierungsorganisationen finden Sie hier:

Quelle: EU-Beratungsteam, ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH

Dienstag, 22. November 2016

Workshop "Ländersache Nachhaltigkeit - Die Umsetzung der 2030-Agenda auf Länderebene" am 15.12. in Bonn

Ländersache Nachhaltigkeit


Die Umsetzung der 2030-Agenda auf Länderebene und die Rolle der Zivilgesellschaft


Workshop am 15. Dezember 2016, 11:00 – 17:30 Uhr
Haus der evangelischen Kirche, Adenauer-Allee 37, 53113 Bonn

Im September 2015 haben die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen bei einem Sondergipfel in New York einstimmig die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die Agenda, und die in ihr enthaltenen Ziele für nachhaltige Entwicklung, die SDGs, formulieren Anforderungen an alle Länder der Erde, die reichen Länder des globalen Nordens ausdrücklich eingeschlossen.
Die Umsetzung der 2030-Agenda und der SDGs ist dabei mitnichten allein Aufgabe der Bundesregierung. Auch die Bundesländer haben in den Bereichen, für die sie über Kompetenzen und Kapazitäten verfügen, an der Verwirklichung der Agenda mitzuwirken.
Bereits im Vorfeld der Verabschiedung der 2030 Agenda haben einige Bundesländer die Gelegenheit ergriffen und ihre jeweiligen Nachhaltigkeitsstrategien bzw. Entwicklungspolitischen Leitlinien überarbeitet. In anderen Bundesländern ist dieser Prozess noch im Gange oder steht noch aus. In den reformierten Strategien und Leitlinien werden teilweise weitreichende Vorschläge für landespolitische Maßnahmen im Nachhaltigkeitsbereich gemacht.
In unserem Workshop werden wir über verschiedenen Vorschläge und Ansätze berichten und sie vergleichen, um sie für Diskussionen in anderen Bundesländern und auch für Diskussionen auf Bundesebene nutzbar zu machen. Welche Rolle spielen zivilgesellschaftliche Akteure auf Länderebene. Ergeben sich daraus Schlüsse für die Bundesebene? Welche Themen stehen auf den Agenden der Länder? Wie wird mit politischen Zielkonflikten und konkurrierenden Prioritäten umgegangen?
Wir laden Sie ein, diese Fragen mit uns in Bonn zu diskutieren. Das Programm der Veranstaltung finden Sie im Anhang (oder hier zum Download). Um Anmeldung bis zum 5. Dezember bitten wir unter https://rsvp.globalpolicy.org/workshop_laendersache.


Bewirb Dich beim ASA-Programm




Ab jetzt startet die neue Bewerbungsphase des ASA-Programms. Das entwicklungspolitische Qualifizierungsprogramm vermittelt Wissen über globale Zusammenhänge.


Am 20. November 2016 startete die neue Bewerbungsphase des ASA-Programms. Bis 10. Januar 2017 können sich Studierende, Bachelor-Absolventen und Fachkräfte zwischen 21 und 30 Jahren online beim ASA-Programm bewerben. Seit 55 Jahren bietet das entwicklungspolitische Qualifizierungsprogramm  jungen Menschen verschiedener Berufs- und Studienfelder einen Ort für gemeinsames Lernen, Perspektivwechsel und Engagement. . Sie wollen globale Zusammenhänge verstehen und sich für eine gerechte Welt stark machen. 2017 vergibt das ASA-Programm etwa 300 Stipendien.
In Seminaren erwerben ASA-Teilnehmende Kompetenzen im Umgang mit Diversität sowie Gruppen- und Projektmethoden. Sie tauschen sich zudem zur eigenen Position innerhalb globaler Machtstrukturen, zu Privilegien und Rassismus aus. Ein dreimonatiges Praktikum führt sie in ein Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas, wo sie in einem Projekt mitwirken und neue Blickwinkel auf ihr Tätigkeitsfeld und globale Zusammenhänge erfahren. Einige Projekte beginnen im internationalen Team zunächst für drei Monate bei einer deutschen Projektpartnerorganisation, bevor sie ebenso lange im Globalen Süden fortgesetzt werden. 
Die Projektpraktika werden in Kooperation mit einer Vielzahl von Organisationen realisiert, die in ganz unterschiedlichen Bereichen für eine global nachhaltige Entwicklung tätig sind. „Das ASA-Programm lebt vom Austausch und der breiten gesellschaftlichen Verankerung", betont Programmleiterin Andrea Dorneich. „Die 180 Projektpraktika, die wir im kommenden Jahr ermöglichen können, finden bei  Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen, bei Durchführungsorganisationen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit, innerhalb kommunaler Partnerschaften sowie bei Unternehmen und Hochschulen statt." Die Themen sind ebenso vielfältig. In der Vergangenheit erstellten Teilnehmende zum Beispiel Radiobeiträge zum Klimawandel in Benin, beteiligten sich an ziviler Konfliktbearbeitung in Kirgisistan oder untersuchten Recyclinglösungen in Brasilien.
In Aktivitäten Globalen Lernens reflektieren die Teilnehmenden anschließend, wie sie die neuen Impulse aus den Seminar- und Projektphasen in ihrem Umfeld integrieren können. Ein großes Alumni-Netzwerk lädt ein, das Programm mitzugestalten, sich weiterzubilden und etwas zu bewegen. Denn das ASA-Programm versteht sich als Werkstatt Globalen Lernens und fördert internationale Lerngemeinschaften junger Menschen aus Deutschland, Europa und dem Globalen Süden, die ihre Handlungs- und Gestaltungsspielräume erkunden und sich langfristig für eine nachhaltige Entwicklung vernetzen wollen.
Mehr Informationen zur ASA-Teilnahme gibt es unter www.asa-programm.de. Interessierte können sich mit Fragen zur Online-Bewerbung an bewerbung@asa-programm.de wenden.
Das ASA-Programm ist ein Angebot der Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH
Service für Entwicklungsinitiativen