Deutschland unterstützt neuen politischen Kurs von Tansania

Neuen politischen Kurs unterstützen: Die Parlamentarische Staatssekretärin Kofler besucht Tansania

Berlin - Im Zeichen der feministischen Entwicklungspolitik und der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen steht eine heute startende Reise nach Tansania von Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Besuch erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die tansanische Regierung unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan verstärkt auf politischen Dialog und internationale Zusammenarbeit setzt.

Kofler: „Tansania befindet sich im Aufbruch. Mit unseren Partnern vor Ort wollen wir Möglichkeiten diskutieren, wie wir die Entwicklung des Landes unterstützen können. Die Potenziale von Mädchen und jungen Frauen und die Stärkung ihrer Rechte spielen dabei eine zentrale Rolle. Es geht vor allem darum, die strukturellen Benachteiligungen und Diskriminierungen anzugehen. Denn die Stärkung von Frauen führt zu einer besseren Entwicklung für alle. Sie sorgt für weniger Hunger, bekämpft Armut und verbessert das gesellschaftliche Miteinander."

Besonders wichtig in Tansania ist die Unterstützung von Frauen und Mädchen, die im häuslichen und schulischen Umfeld von Gewalt betroffen sind. Das Land gehört zu den Staaten mit den weltweit höchsten Geburtenraten unter den 15 bis 19jährigen Frauen. Die sehr frühen Schwangerschaften nehmen vielen Mädchen nicht nur die Chance auf eine Schul- und Berufsausbildung und ein selbstbestimmtes Leben, sondern stellen oft auch ein großes gesundheitliches Risiko dar.

Kofler: „Ich bin froh, dass wir beim Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt mit Tansania zusammenarbeiten werden. Wir können dabei an erfolgreiche Kooperationen anknüpfen, etwa bei der Mutter-Kind-Gesundheit, der Familienplanung und der Krankenversicherung für schwangere Frauen und ihre Neugeborenen."

Deutschland ist seit mehr als 60 Jahren Partner Tansanias in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere bei der klimaangepassten Wasserversorgung, beim Schutz der Biodiversität und im Bereich gute Regierungsführung.

Kofler: „Ich begrüße sehr, dass Tansania unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan wieder verstärkt auf Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft setzt. Uns ist wichtig, dass der Schutz der Biodiversität allen Menschen zu Gute kommt und wirtschaftliche Perspektiven schafft. Diese Herausforderungen will ich in Gesprächen mit der Regierung und der Zivilgesellschaft diskutieren. Zudem werde ich die Regierung bitten, die internationale Mission der UNESCO in das Weltnaturerbegebiet Selous einzuladen."

Hintergrund

Trotz eines beachtlichen Wirtschaftswachstums von 6% in den vergangenen Jahren gehört Tansania zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (Human Development Index, HDI) lag es 2020 auf Platz 163 von 189. Bis zur Corona-Krise zählte das Land jedoch zu den leistungsstärksten Volkswirtschaften Subsahara-Afrikas. Die Krise hat enorme Einnahmeverluste zur Folge, vor allem im Naturtourismus. Zugleich wächst die Bevölkerung sehr schnell (Bevölkerungswachstum von 3,1%), was die Entwicklungserfolge relativiert. Zwei Drittel der Bevölkerung sind jünger als 24 Jahre. Aufgrund seiner herausragenden Biodiversität kommt Tansania eine globale Bedeutung beim Erhalt der Artenvielfalt zu.

Das tansanische Selous-Wildschutzgebiet ist seit 1982 UNESCO Weltnaturerbe. Seit 2018 wird dort ein Mega-Staudamm mit angeschlossenem Wasserkraftwerk gebaut. Tansania hat seitdem im Rahmen der Welterbekonvention die internationale Verpflichtung, die so genannte „Reactive Monitoring Mission" durch IUCN (International Union for Conservation of Nature) einzuladen, die sich ein Bild von dem Zustand des Gebiets machen soll. Diese Einladung steht bisher noch aus.