Interne Gutachten bestätigen: Die Allianz für eine Grüne Revolution ist gescheitert



Hintergrundpapier

Interne Gutachten bestätigen:
Die Allianz für eine Grüne Revolution (AGRA) ist gescheitert

Analyse der Anfang des Jahres veröffentlichten AGRA-eigenen Evaluierungen aus den Jahren 2019/2020

Im Juli 2020 haben Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Forum Umwelt und Entwicklung, das INKOTA-netzwerk, die Rosa-Luxemburg-Stiftung und fünf afrikanische Organisationen die Studie „Falsche Versprechen: Die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA)" veröffentlicht.  Das Papier stellt die erste wissenschaftliche Wirkungsanalyse der Agrarallianz dar.  Es belegt, dass AGRA ihre eigenen Ziele, die landwirtschaftlichen Erträge und die Einkommen von 30 Millionen kleinbäuerlichen Haushalten zu verdoppeln und damit sowohl Hunger als auch Armut in 20 afrikanischen Ländern bis 2020 zu halbieren, nicht erreicht hat.  AGRA wird auch von der deutschen Bundesregierung unterstützt.
Inzwischen wurde AGRA gesetzlich verpflichtet, die AGRA-interne Halbzeitbewertung und weitere elf in Auftrag gegebene Länder-Evaluierungen zu veröffentlichen. Die deutschen Autor*innen von „Falsche Versprechen" haben diese AGRA-eigenen Evaluierungen analysiert und kommen in ihrem neuen Hintergrundpapier zu dem Schluss:
  • Die AGRA-eigenen Evaluierungen bestätigen die Ergebnisse von „Falsche Versprechen":  AGRA hat die selbstgesteckten Ziele weit verfehlt. Der AGRA-Ansatz ist gescheitert. 
  • Mit ihrem Ansatz der „Grünen Revolution" verschafft AGRA den an den Projekten beteiligten Bauern und Bäuerinnen oftmals nicht einmal Einkommen, die oberhalb der Armutsgrenze liegen.
  • AGRA nimmt durch das Entsenden von AGRA-Mitarbeiter*innen oder die direkte finanzielle Unterstützung von Ministerien und Beratungsgremien systematisch Einfluss auf Dünge- und Saatgutgesetzgebungen der Regierungen in den AGRA-Partnerländern. Dieser Lobbyismus erfolgte nicht nur völlig intransparent, sondern vor allem zugunsten der Agrarindustrie und zum Nachteil von kleinbäuerlichen Erzeuger*innen.
Die Autor*innen fordern daher von der Bundesregierung die Einstellung jeglicher finanzieller und politischer Kooperation mit AGRA, die bisher jedoch eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit AGRA plant.
Download des Hintergrundpapiers